22. Spieltag – Bezirksliga Mitte

22. Spieltag – Bezirksliga Mitte

Quelle Berichte: Freie Presse

BSC Freiberg BSV Sebnitz 6:1 (3:0)

BSC weiter auf Rekordjagd

Freiberg hat beim 6:1 (3:0) gegen den BSV Sebnitz den elften Sieg in Folge in der Fußball-Bezirksliga gefeiert. Damit ist auch Platz 1 plötzlich wieder aus eigener Kraft möglich.

Die Fußballer des BSC schreiben ihre Erfolgsgeschichte fort. Das 6:1 (3:0) gegen den BSV Sebnitz am Sonnabend war bereits der elfte Sieg der Freiberger in Folge, die so Tabellenführer VfL Pirna-Copitz noch dichter auf den Pelz rückten. Da die Pirnaer beim 2:2 daheim gegen Possendorf Federn ließen, sind beide Spitzenteams nur noch einen Zähler getrennt (VfL 55, BSC 54).
„Und wir konnten unseren Vereinsrekord weiter ausbauen“, sagte BSC-Manager Andreas Gartner. Bislang standen aus der Saison 2006/07 acht Siege in Folge zu Buche. Für Trainer Steve Dieske war der Erfolg gegen den Tabellensiebten am Ende „auch in dieser Höhe verdient“. Seine Mannschaft habe einen hohen Laufaufwand betrieben und zudem stark kombiniert, lobte der 34-Jährige. Spätestens mit dem 2:0 sei dann die Moral der durchaus unbequemen Lausitzer gebrochen gewesen.
Mann des Spiels war diesmal Sebastian Krause, den Dieske nicht nur aufgrund seiner drei Tore heraushob: „Er war überall auf dem Platz zu finden, kurbelte das Spiel an und gewann fast jeden Zweikampf“, lobte der Freiberger Trainer seinen noch 23-jährigen Mittelfeldspieler. Nachdem Krause das 1:0 durch Stefan Richter mit einem Eckball vorbereitet hatte, besorgte er die nächsten drei Tore selbst. Nach Vorarbeit von Steve Müller brauchte er den Ball beim 2:0 zunächst nur noch einschieben. Mit dem Pausenpfiff verwandelte er dann einen an Müller verwirkten Foulstrafstoß, ehe er kurz nach Wiederbeginn einen 18-m-Freistoß direkt zum 4:0 ins Netz zirkelte.
Spätestens jetzt war die Partie gelaufen. Die Gäste kamen zwar kurz darauf zum Ehrentreffer, doch die Freiberger stockten vor den allerdings nur 75 Zuschauern ihr Torekonto weiter auf. Rico Thomas markierte nach einem Solo sein 25. Saisontor (78.). Drei Minuten später beförderte der eingewechselte Rick Römmler den Ball zum 6:1 über die Linie und drückte die Überlegenheit des BSC auch in Zahlen aus.
Die Mannschaft sei zwar etwas schwer ins Spiel gekommen, sagte Trainer Dieske, der sich danach aber freute, „dass die Truppe auch nach zehn Siegen noch so hungrig und zielstrebig auftritt“. Mit einem Erfolg am 24. Spieltag, wenn das Gipfeltreffen gegen Pirna-Copitz in Freiberg steigt, könnte der BSC sogar aus eigener Kraft auf Platz 1 rücken. Zuvor wartet aber noch eine hohe Auswärtshürde – in zwei Wochen bei der SG Possendorf, die gerade den Spitzenreiter überraschte. (Steffen Bauer mit dist)

BSC: Heydel, Mehner, Richter, Löbel, Uhlig, Schäfer (73. T. Fischer), Krause, M. Erler, Müller (81. Römmler), Thomas, Fongern (67. Chakrama)
Tore: 1:0 Richter (23.), 2:0, 3:0, 4:0 Krause (37., 45./FE, 48.), 4:1 (54.), 5:1 Thomas (78.), 6:1 Römmler (81.)
SR: Martinka (Marienberg)
Zuschauer: 75

SV Germania Mittweida Grün-Weiß Coswig 0:6 (0:2)

Halbes Dutzend für Germania

Die Mittweidaer Bezirksliga-Fußballer waren im Heimspiel gegen Aufsteiger Coswig chancenlos. Das 0:6 war die bitterste Niederlage seit langem.

Am 22. Spieltag der Fußball-Bezirksliga hat Germania Mittweida einen „schwarzen“ Samstag erlebt. Gegen Aufsteiger Grün-Weiß Coswig kassierte der Tabellenfünfte eine empfindliche 0:6 (0:2)-Heimniederlage, bleibt aber trotz der Schlappe mit 35 Zählern auf dem 5. Rang. Es sei die bislang bitterste Niederlage gewesen, seit er in Mittweida auf der Bank sitze, sagte Trainer Uwe Schneider.
Er musste mit Grötzsch und Kaltschmidt auf zwei Routiniers verzichten. Das konnte die junge Truppe der Gastgeber nicht kompensieren. Vom Anpfiff weg machten die Gäste das Spiel und gingen bereits mit dem ersten gefährlichen Angriff nach fünf Minuten in Führung. Wilsdorf lenkte den Ball bei einem Rettungsversuch ins eigene Netz. In der Folge wirkten die Mittweidaer verunsichert und hatten eine hohe Fehlerquote. Gegen Coswigs stabile Abwehrkette fand Germania keine Mittel und hatte in der 1. Halbzeit kaum Tormöglichkeiten. Die Grün-Weißen starteten dagegen immer wieder gefährliche Gegenangriffe. Nachdem die Mittweidaer zweimal Glück hatten, stand es in der 38. Minute aber 0:2: Erstmals hatte die Abwehr Coswigs Torjäger Kiontke aus den Augen verloren, der eine Flanke mit der Brust über die Linie drückte. Ein Distanzschuss von Richter, der knapp am Pfosten vorbeistrich, war einzige nennenswerte Offensivaktion der Hausherren bis dahin.
Mit König und Weise erhoffte sich Trainer Schneider dann mehr Schwung im Offensivspiel. Die größeren Möglichkeiten hatten aber weiterhin die Gäste. In der 48. Minute verfehlte Kiontke knapp das Tor. Zwei Minuten später ließ er dann Torwart Schmidt mit einem trockenen Schuss keine Abwehrchance. Lobenswert war, dass die Gastgeber trotz des 0:3-Rückstandes mit dem Mute der Verzweiflung kämpften und alles versuchten.
In der 51. Minute setzte sich König auf der rechten Außenbahn durch, sein Schuss aus spitzem Winkel ging knapp am langen Pfosten vorbei. In der 54. Minute startete Rauthe ein Solo, legte auf Ryssel ab, der aber im letzten Moment abgeblockt wurde. Allerdings eröffnete die Germania dem Gegner Konterräume, die Coswig eiskalt nutzte. So stand Kiontke in der 59. Minute völlig frei vor Schmidt und markierte seinen dritten Treffer. Auf der Gegenseite scheiterte Wilsdorf erneut knapp.
Danach wurde es richtig bitter für die Platzherren. In der 76. Minute kamen die Grün-Weißen zum 5:0, und in der 84. Minute musste der chancenlose Torhüter Schmidt den Ball nach einem 18-m-Schuss zum sechsten Mal aus dem Netz holen. In der 87. Minute verhinderte der Germania-Keeper mit einer Glanztat gegen den wiederum völlig freien Kiontke sogar das 0:7.
Uwe Schneider fiel sein Statement nach dem Abpfiff sichtlich schwer. „Ich beobachte seit einiger Zeit eine gewisse Selbstzufriedenheit angesichts der komfortablen Tabellensituation“, sagte der Germania-Trainer. Die Mannschaft müsse sich jetzt hinterfragen. „Wenn uns das gelingt, werden wir in den verbleibenden vier Spielen auch wieder Punkte holen“, sagte Schneider. (Michael Schmidt)

Mittweida: Schmidt; Wilsdorf, Pietsch, Richter, Wiedemann (46. König), Voigt (46. Weise), Frieden, Hönig (68. Marquardt), Ryssel, Rauthe, Pittroff
Tore: 0:1 Wilsdorf (5./ET), 0:2, 0:3, 0:4 Kiontke (38., 50., 59.), 0:5 Penicka (76.), 0:6 Scheithauer (84.)
Schiedsrichter: Breidel (Zöblitz)
Zuschauer: 100

 

SV Barkas Frankenberg Grün-Weiß Coswig 2:11 (1:6)

Barkas schlittert in ein Debakel

Der Schlusspfiff war am Sonntag im Frankenberger Hammertal für alle Beteiligten eine Erlösung. Beim 2:11 gegen Großenhain gab es für die Fußballer des SV Barkas die bitterste Niederlage seit Jahren.

Barkas-Trainer Peter Günther ist seit 27 Jahren im Verein engagiert. Doch was der Übungsleiter am Sonntag am Spielfeldrand miterleben musste, war mit Abstand das Schlimmste seiner Fußballtätigkeit. „So kann man sich nicht abschlachten lassen“, ist er auch einen Tag nach dem Frankenberger 2:11-Debakel gegen den Großenhainer FV noch immer fassungslos. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es hier jemals eine zweistellige Niederlage gegeben hätte“, sagt Günther kopfschüttelnd. Man müsse vor jedem Zuschauer den Hut ziehen, der beim Bezirksliga-Spiel am Sonntag bis zum Schluss geblieben war.
Der Ärger bei Günther und seinem Trainerkollegen Lars Paul sitzt tief, denn zuletzt hatte sich das Schlusslicht bei zwei guten Auftritten, die jeweils unentschieden endeten, ansprechend verkauft. Der erneute Absturz schmerzt deshalb umso mehr. Die Ursachenforschung begann am Sonntag noch auf dem Spielfeld. Dort und in der Kabine machte sich aber angesichts des Totalausfalls Ratlosigkeit breit. „Da war kein Zweikampfverhalten, keine Kommunikation, da war einfach nix“, hadert Peter Günther, der während der Partie seiner Truppe fast Arbeitsverweigerung bescheinigen musste. Zur Pause war die Sache beim Stand von 1:6 bereits gegessen, die Motivation im Keller. Trotzdem: „Man muss doch wenigstens kämpfen“, so der Trainer verzweifelt.
Dabei hatte die Barkas-Elf anfangs gar keinen schlechten Eindruck gegen den Tabellendritten gemacht. Zwar waren die Großenhainer in der 6. Minute in Führung gegangen, doch die Frankenberger konnten nach einer guten Kombination postwendend ausgleichen. Torsten Frank, der in den letzten Partien Torgarant gewesen ist, hatte keine Mühe, einzuschieben. Doch dann hatten die Blau-Weißen offenbar Angst vor der eigenen Courage. Reihenweise leisteten sich nahezu alle Mannschaftsteile grobe Fehler und luden den Gegner zum Toreschießen ein. „Man konnte fast eine Schablone anlegen. Immer wieder die gleichen Fehler“, ärgert sich Günther, der in der Pause in der Kabine richtig laut geworden war. Genützt hatte es offenbar nichts.
Vom ursprünglichen Plan, hinten dicht zu machen, wussten die Spieler mit dem Anpfiff zur 2. Hälfte schon nichts mehr. Entlastungsangriffe gab es kaum, viele Aktionen kamen eher zufällig zu Stande. So nutzte Felix Ebert ein Fehlabspiel in der Großenhainer Hintermannschaft zum zweiten Treffer der Frankenberger (71.). Ansonsten musste der Stadionsprecher im Hammertal beinah im Fünf-Minuten-Takt Treffer der Gäste durchsagen. Das Training für heute hat das Trainergespann abgesagt. Man wolle sich sammeln und erst am Donnerstag wieder treffen. (Von Katrin Reimann)

Frankenberg: Reibetanz, Siebert, Stockhecke (23. Koszellni), Roscher, Baum, Tuschy, Anke, Antal (74. Wendt), Frank, Bachale (33. Loos), Ebert
Tore:
0:1 (6.), 1:1 Frank (7.), 1:2 (13.), 1:3 (14.), 1:4 (38.), 1:5 (39.), 1:6 (45.), 1:7 (60.), 1:8 (65.), 2:8 Ebert (71.), 2:9 (74.), 2:10 (77.), 2:11 (89.)
Zuschauer:
65

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